METAMORPHIA
SKULPTUREN
METAMORPHIA AUGUST 2025 - WERKBESCHREIBUNG DES KÜNSTLERS
METAMORPHOSE
Der nackte Körper einer Frau, einer jungen Frau, in Kraft und Schönheit bei sich zuhause, sich ihrer Ausstrahlung, von Nacktheit, Erotik und Sexualität bewusst. Nicht prostituierend, auch wenn Haltung, Spannkraft etwas Darbietendes offerieren, ist hier kein Handel in Sicht. Die Figur, das Weib, braucht hier kein Gegenüber, sie ist sich ihrer selbst bewusst; – die Lust ist eine Lust zu sich selbst. Ein intrinsischer Applaus, unhörbar für sie selbst bestimmt. Aber das ist eine Momentaufnahme. Madame, wie wir sie auch nennen, ist, wie alles Lebendige, alles raumgreifende, raumbildende, dem Prozess der Veränderung und Verwandlung unterworfen, des Aufblühens, Seins und Vergehens: METAMORPHOSE
Das Leben, welches sich in stetem Wandel auf den Tod hinbewegt, mal mäandernd, mal rasch, – um über diesen hinaus – weiteren Veränderungen unterworfen zu sein.
Im Körperlichen, aber auch in metaphysischen Ebenen, die ich nur andeuten kann, ohne sie jemals in Wissen und Erkenntnis eingehaust zu sehen.
Meine Skulptur erlebt diese Veränderung an ihrer Oberfläche, die Grenze des Eigenen, der Umwelt, Berührungsfläche, über die sich der Körper im Raum erklärt, dem Gegenüber Mensch wird und in der räumlichen Welt Platz nimmt, in dem diese Oberfläche – der Ganzheit des Torsos entgegen – eine Auflösung erfährt.
Diese Auflösung versuchte ich, der uns umgebenden Natur nachzubilden. Die zugrundeliegenden Motive sind Auslöser von Gedankenprozessen, die der Natur huldigen wollen und deren Schönheit im Vergehen, als auch den unendlichen Stadien auf diesem Weg.
Im Gestaltungsprozess war für mich als Künstler interessant zu erfahren, wie aus dieser `ausgebildhauerten` Bella-Figura durch Auflösung und Eingriff in die Tiefe, METAMORPHIA wird.
Interessiert war ich auch an meinen Ängsten im Prozess dieses veränderten Entwicklungsprozesses einer Skulptur, die in der Regel ja auf Perfektion im ästhetischen Sinne abzielt:
`Der Angst, etwas zu zerstören, ohne den Mehrwert zu erhalten, den ich beabsichtigte, der Angst zu zaghaft, bzw. zu wagemutig vorzugehen. Nichtwissend, ob ich es aushalte, was ich erschaffe, nicht wissend, ob ich dieses Werk am Ende anerkennen kann. `
Den Prozess der Wandlung, den ich im Werk sichtbar mache, erfuhr ich im Gestalten und Arbeiten. So kann ich abschließend sagen, dass wir, Madame METAMORPHIA und ich, konform gehen: Sie trägt die Zeichen der andauernden Veränderung, vom Erblühen der Schönheit zum Altern im Vergehen und Sterben mit Verve – als Einheit: Wasser benässt – Essen folgt Ausscheiden -Vereinigung erlebt Trennung – ….
Der Künstler ist weitergekommen. Noch nicht so weit wie METAMORPHIA, – denn ich brauche mitunter noch das Konstrukt der Demut, – aber ich komme dem Feiern meines eigenen Vergehens näher.
Impulse des transformatorisch-metaphorischen Prozesses fand ich in rissartigen Gesteinsformationen der griechischen Berg- und Küstenwelt der Insel Thassos, hervorgerufen durch Spannung und Entspannung von Sonne-, Wind- und Meer-Elementen: Formationen, die sich wild zerklüften. Aus der Nähe betrachtet und gefühlt, wirken diese Risse, Gräben, Spalten faszinierend und scheinen von großer Willkür herbeigeführt.
Aus der Distanz jedoch zeigt sich das Bild eines übergeordneten Schemas von Geometrie und Mathematik, die wir als solche erkennen können, jedoch nicht verstehen. Ähnlich altem Stallgebälk, Eichenbalken, welche sich durch Ammoniakdämpfe zersetzen und dabei eine würfelartige Struktur offenbaren, die mich immer wieder erstaunen lässt:
Die Geometrie der Natur.
Diese und ähnliche Erfahrungen spiegeln sich in der Gestaltung und vor allem der Oberflächenstruktur Metamorphias´ wider: METAMORPHIA – Titel dieser Skulptur. Letztlich ist diese Zersetzung an der Grenze ihres Wesens nicht von Gewalt definiert, es ist vielmehr ein weicher Prozess. METAMORPHIA ist ganz bei sich, ganz Weib, Frau, Mensch und ICH.



