TSUNAMI
SKULPTUREN
SKULPTUR AUS 2011 - WERKBESCHREIBUNG DES KÜNSTLERS
Ton, gebrannt; Beton, Holz, Shoepapier
Hoffnungslos ist die Sitzende, mehr noch: restlose Resignation, Leere, die Vernichtung des Selbst.
Obwohl am Leben, scheint da kein Leben mehr in ihr, kein Wille.
Eine Momentaufnahme, doch es scheint, als würde dieser Moment verbleiben in die Ewigkeit hinein,- als wäre sie noch immer auf den Trümmern, reglos, leblos, immerfort.
Die Figur aus gebranntem Ton, sitzend mit angezogenen Beinen, trägt einen Rock, ist jung. Über dieser Figur bewegen sich japanische Shoewände. Sie stürzen durch Zutun einer unsichtbaren Energie, fallen gleich einem Domino und begraben Zuversicht, Hoffnung und Glaube unter sich.
Dies ist die Bedeutung der japanischen Schriftzeichen: Zuversicht, Hoffnung, Glaube.
Installiert und eingegossen in eine Betonplatte, die wiederum von zwei Eichenpfosten getragen wird. Gleich einem japanischen Torii (=Tor), markieren sie einen Übergang. An Tempeln symbolisiert das Torii die Grenze zwischen Profanem und Sakralem.
Hier gibt es auch eine Grenze, – die zwischen Sein und Nichtsein.
Dieses Mädchen scheint in einer Zwischenwelt, nicht dem DORT zugehörig, aber im Moment auch nicht mehr dem HIER verhaftet. Eine Einsamkeit fernab der Gemeinschaft, – und fernab eines spirituellen Jenseits.
Der Gedanke, dass dieses Mädchen die Kraft aus sich herausfand, um aufzustehen, weiterzumachen, von den Überlebenden unterstützt, Mut schöpfend, heute vielleicht glückliche Mutter ist, erfolgreiche Unternehmerin, Buddhistin, zufriedener, teilnehmender Mensch …
macht Hoffnung, lässt Zuversicht und Glauben erwachsen. Ihre Geschichte ist mir unbekannt.


